Geschichte der HOCHTIEF-Aktie

1873 gründeten die Brüder Philipp und Balthasar Helfmann in Bornheim bei Frankfurt am Main das Unternehmen "Gebrüder Helfmann, Bauunternehmer". Am 1. April 1884 wurde das Bauunternehmen als Offene Handelsgesellschaft (OHG) ins Handelsregister der Stadt Frankfurt am Main eingetragen. Nach dem Tod seines Bruders Balthasar wollte Phillipp Helfmann das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Formal erwarb die 1896 durch Philipp Helfmann gegründete "Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten" das Unternehmen "Gebrüder Helfmann, Bauunternehmer". Es ist schwer zu sagen, ob die Errichtung der Aktiengesellschaft im Trend der Zeit lag oder ob er ausschließlich an die Stärkung der Kapitalseite dachte. Inwieweit das geplante neue Börsengesetz zur Schnelligkeit antrieb, um vor dessen Inkrafttreten noch die Aktiengesellschaft zu gründen, kann nicht beantwortet werden. Jedenfalls erfolgte die Gründung der Aktiengesellschaft vor dessen Inkrafttreten. Das damalige Grundkapital in Höhe von 2 Mio. Mark verteilte sich wie folgt:

312.500 Mark   J. Dreyfus & Co.
337.500 Mark   E. Ladenburg
375.000 Mark   Emil Kalb
512.500 Mark   Philipp Helfmann in Gebrüder Helfmann
50.000 Mark   Fritz Helfmann

1921 erwarb Hugo Stinnes die Mehrheit des Aktienkapitals von HOCHTIEF. Mehrere Kapitalerhöhungen in den Jahren 1921-23 banden HOCHTIEF noch enger an den Stinnes-Konzern. Der Börsengang der Gesellschaft fand in den 1920er Jahren statt. Genaue Aufzeichnungen hierüber liegen nicht vor. 1924 wurde der Name der Gesellschaft in "HOCHTIEF Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten vorm. Gebr. Helfmann" geändert.


historische HOCHTIEF Aktien

Im Jahre 1924 brach der Stinnes-Konzern zusammen - die Kapitalverhältnisse änderten sich jedoch erst 1926 entscheidend. Bankhäuser übernahmen rd. 20 Prozent des Aktienkapitals, 31 Prozent gingen an RWE und weitere 50 Prozent an die Gewerkschaft Vereinigte Welheim. In den nächsten Jahren baute HOCHTIEF die noch bestehenden Bindungen zum ehemaligen Stinnes-Konzern ab. Bestehen blieb allerdings die Verbindung zur RWE AG, die ihrerseits noch zum Stinnes-Konzern gehörte. Auch die AEG, die mit dem Stinnes-Konzern über verschiedene gemeinsame Beteiligungen verbunden war, beteiligte sich an HOCHTIEF. Beide, AEG und RWE, wurden zu Großaktionären.

Von dem auf der Generalversammlung im Juni 1927 auf 7,75 Mio. RM erhöhten Gesellschaftskapital hielt RWE rd. 29 Prozent, die AEG 13 Prozent. Diese Verteilung blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs konstant.

1980/1981 stockte die RWE AG ihren Anteil an HOCHTIEF auf 39 Prozent auf. 1990 übernahm RWE die Aktienmehrheit (direkter und indirekter Anteil insgesamt 56 Prozent).

Mit Wirkung ab Januar 2002 wurde HOCHTIEF bei RWE als Finanzbeteiligung geführt. Der direkt gehaltene Anteil wurde auf unter 40 Prozent gesenkt. Insgesamt (direkter und indirekter Anteil) lag die Beteiligung weiterhin bei rd. 56 Prozent (bezogen auf 70 Mio. HOCHTIEF Aktien).

In einem kombinierten Angebot von HOCHTIEF-Aktien und einer Umtauschanleihe auf HOCHTIEF-Aktien platzierte RWE am 25.02.2004 sämtliche 39,3 Mio. HOCHTIEF-Aktien bei institutionellen Investoren in Europa und den USA. Die Beteiligung von RWE, zur Bedienung der Umtauschanleihe, betrug damit nur noch 9,6%.

Die Custodia Holding AG hat im Rahmen ihrer Anlagestrategie eine Beteiligung an HOCHTIEF aufgebaut. Diese betrug im September 2005 5,19 Prozent und wurde bis März 2006 auf 25,08 Prozent ausgebaut.

Im Zuge der Bedienung der Umtauschanleihe hat RWE, seit Ausgabe der Umtauschanleihe auf HOCHTIEF-Aktien im Februar 2004, weiterhin seine Beteiligung an HOCHTIEF reduziert und diese im Mai 2006 auf unter 5 Prozent gesenkt.

Am 24. April 2007 übernahm ACS, Actividades de Construccion y Servicios S.A. den 25,08%-Anteil an HOCHTIEF von der Custodia Holding AG.

Am 4. Mai 2007 erreichte die Beteiligung von Rasperia Trading Ltd. an HOCHTIEF die 3%-Schwelle. Diese wurde bis zum 21. Mai 2007 auf 9,99 Prozent ausgebaut.

Am 9. Oktober 2008 gab Rasperia Trading Ltd. bekannt, dass sie ihren 9,99-prozentigen Anteil an HOCHTIEF abgegeben hat. Die Commerzbank Aktiengesellschaft informierte am selben Tag, dass ihr Stimmrechtsanteil an der HOCHTIEF Aktiengesellschaft 11,53 Prozent beträgt. Am 31. Oktober 2008 betrug der Stimmrechtsanteil der Commerzbank Aktiengesellschaft 2,58 Prozent.

Zu Beginn des Jahres 2009 hat der spanische Großaktionär ACS, der bis dahin eine Beteiligung von 25,08 Prozent hielt, seinen Anteil auf 29,98 Prozent aufgestockt.

Am 6. Dezember 2010 erhöhte HOCHTIEF das Grundkapital um rund 10% unter Ausschluß des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre. Alle neuen Aktien erwarb Qatar Holding und hielt damit knapp 9,1% am neuen Grundkapital.

Am 9. Februar 2011 gab ACS bekannt, dass ihre Beteiligung an HOCHTIEF am 04. Februar 2011 die Schwelle von 30% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 33,49% betragen hat. Am 17. Juni 2011 informierte ACS, dass ihr Stimmrechtsanteil an HOCHTIEF die Schwelle von 50% überschritten hat und unter Hinzurechnung von 4,46% der Stimmrechte aus eigenen Aktien der HOCHTIEF Aktiengesellschaft am 16. Juni 2011 insgesamt 50,16% betrug.

Am 4. Juli 2011 informierte ACS, dass beabsichtigt sei weitere Stimmrechte der HOCHTIEF Aktiengesellschaft innerhalb der nächsten 12 Monate zur Erreichung einer Beteiligung von etwas mehr als 50% der Stimmrechte an der HOCHTIEF Aktiengesellschaft (ohne Berücksichtigung der Stimmrechte aus von der HOCHTIEF Aktiengesellschaft gehaltenen eigenen Aktien) zu erwerben. mehr

Anfang 2014 reduzierte HOCHTIEF das Grundkapital um rund 10% durch den Einzug eigener Aktien.

Im September 2016 reduzierte HOCHTIEF das Grundkapital um 7,2% durch den Einzug eigener Aktien.

Die derzeitige Aktionärsstruktur gestaltet sich wie folgt:
Aktionärsstruktur.

Der Firmenname von HOCHTIEF in der Geschichte:

1873-1896 Gebrüder Helfmann, Bauunternehmer
1896-1923 Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten
seit 1924 HOCHTIEF Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten vorm. Gebr. Helfmann
seit 1978 HOCHTIEF Aktiengesellschaft vorm. Gebr. Helfmann
seit 1999 HOCHTIEF Aktiengesellschaft